So bereiten Sie Matcha-Tee zu: Ihr Leitfaden für das Morgenritual
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Vielleicht ist es an der Zeit, Ihre gewohnten Morgenroutinen, bei denen Sie einfach nur Ihren Kaffee trinken, zu überdenken. Nicht umsonst greifen Wellness-Experten weltweit immer öfter zu Matcha. Sie sind nicht nur von seinen gesundheitsfördernden Eigenschaften als Getränk fasziniert, sondern auch von seiner Kraft als Ritual zur inneren Ruhe. Auch wenn die Zubereitung auf den ersten Blick kompliziert erscheinen mag, sind die Grundlagen überraschend einfach. Hier geben wir Ihnen Tipps für Anfänger, wie Sie köstlichen Matcha zubereiten, und Anregungen, wie Sie Momente der Stille in Ihren Alltag integrieren können.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Matcha? Vorteile für Körper und Geist
Die Geschichte von Matcha reicht weit zurück und beginnt im 12. Jahrhundert, als der Zen-Priester Eisai Teesamen aus China nach Japan brachte. Sein besonderes Merkmal liegt in der Herstellungsmethode. Die Teeblätter werden sorgfältig vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt angebaut und anschließend in Steinmühlen sorgfältig gemahlen. Anders als bei herkömmlichem Tee, bei dem die Zutaten in heißem Wasser aufgegossen werden, ermöglicht Matcha den Verzehr des gesamten Teeblatts. So kann man die ganze Fülle der Natur genießen, ohne einen einzigen Nährstoff zu verschwenden.
Matcha erfreut sich weltweiter Beliebtheit aufgrund seiner stark antioxidativen Eigenschaften. Es ist besonders reich an EGCG (Epigallocatechingallat), einem Catechin, das die Hautalterung wirksam unterstützt und die Entgiftung fördert. Eine Tasse täglich am Morgen hilft, unerwünschte Stoffe aus dem Körper auszuleiten.
Der wahre Wert von Matcha zeigt sich jedoch in seiner Wirkung auf die mentale Gesundheit. Es gab einen guten Grund, warum Zen-Mönche in alten Zeiten Matcha während langer Meditationen tranken: das enthaltene L-Theanin, ein Bestandteil des herzhaften Umami-Geschmacks. Dieses regt Alphawellen im Gehirn an und erzeugt so einen Zustand geschärfter Aufmerksamkeit bei gleichzeitig tiefer Entspannung (ruhige Wachheit). Matcha wird daher gerne vor Yoga- oder Achtsamkeitsübungen getrunken, da es dieses Gefühl der inneren Einstimmung fördert.
Hier liegt auch der Unterschied zu Kaffee. Viele Menschen leiden unter dem plötzlichen Wachwerden nach dem Kaffeegenuss und der darauf folgenden Müdigkeit (Koffein-Crash). Das L-Theanin im Matcha hingegen mildert die Koffeinaufnahme und sorgt so für eine sanfte Wirkung, die mehrere Stunden anhält. Matcha fördert eine ruhige, kraftvolle Konzentration ohne Reizbarkeit oder Angstzustände. Deshalb gilt Matcha als optimale Lösung für einen gelungenen Start in den Tag – ideal für den modernen, hektischen Alltag.
Unverzichtbare Utensilien für die Matcha-Zubereitung zu Hause
Für köstlichen Matcha sind die richtigen Utensilien genauso wichtig wie hochwertiges Matcha-Pulver. Oft wird angenommen, dass ein Löffel und eine Tasse genügen, doch damit lässt sich der cremige Geschmack von Matcha und die entspannende Wirkung nur schwer vollends genießen. Wir stellen Ihnen drei unverzichtbare Utensilien vor, mit denen Sie Ihre Küche in eine kleine Teestube verwandeln können.
Der Chasen (Bambusbesen): Für Stille und Schaum
Der Chasen ist ein Spezialwerkzeug zum Aufschlagen von Matcha. Bambusstäbe mit fein gespaltenen Spitzen nehmen heißes Wasser und Luft gleichzeitig auf und formen dabei ein „M“ oder „W“. Durch diese Bewegung entsteht ein seidig-weicher Schaum (Mikroschaum) – etwas, das mit einem Metallbesen oder Löffel niemals erreicht werden kann. Dieser Schaum mildert die Bitterkeit des Matcha und verwandelt ihn in ein überraschend sanftes und süßes Mundgefühl.
Hinzu kommt der Genuss des Klangs der Chasen. Das sanfte, trockene Geräusch des Bambus, der sanft über die Schale streicht. Während man diesem Rhythmus lauscht, vertieft sich die Atmung auf natürliche Weise, und man spürt, wie sich der Herzschlag beruhigt. Im Gegensatz zum klirrenden Geräusch von Metall holt einen das Geräusch des Bambus zurück ins Hier und Jetzt und macht das Aufschlagen des Tees selbst zu einer meditativen Erfahrung.
Die Chawan (Matcha-Schale): Mehr als nur eine Tasse
Warum verwendet man eine Matcha-Schale (Chawan) statt einer Tasse? Der Hauptgrund liegt im größeren Platzangebot. Um den feinen Schaum zu erzeugen, der für köstlichen Matcha unerlässlich ist, muss man den Chasen (das Kaffeepulver) schnell hin und her bewegen. In einer Tasse mit engem Durchmesser ist diese Bewegung jedoch eingeschränkt, wodurch sich leicht Klümpchen bilden können. Eine Matcha-Schale mit ihrem breiten Boden und der sanften Wölbung bietet dem Chasen hingegen ausreichend Platz, um sich frei zu bewegen.
Und vor allem wird eine Matcha-Schale nach dem Prinzip gefertigt, sie „mit beiden Händen zu umfassen“. Man stützt die henkellose Schale mit den ganzen Handflächen und spürt die Textur des Materials und die übertragene Wärme. Dieses haptische Erlebnis bewirkt tiefe Entspannung. Insbesondere Formen wie die „Ubaguchi“, deren Rand sich leicht nach innen wölbt, sind Ausdruck von „Omotenashi“ (Fürsorge/Gastfreundschaft), um das Verschütten von Tee zu verhindern und das Trinken zu einem ästhetischen Akt zu machen. Ein Gefäß, das funktionale Schönheit und Fürsorge vereint, ist die perfekte Teeschale.