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Kintsugi: Heilung von Herzen und Gemeinschaften nach einer Katastrophe

Seit der Antike hat Japan seine reichhaltige natürliche Umgebung stets neben harten Naturkatastrophen erlebt. Allerdings haben sich die Menschen dieses Landes von Katastrophen nicht besiegt gezeigt und sind weiter den Weg der Wiederherstellung gegangen. Ein Symbol dieser Widerstandskraft ist "Kintsugi," eine traditionelle Kunst, die bei Wiederaufbauarbeiten nach Katastrophen wie Erdbeben zu sehen ist. Kintsugi ist eine Technik, die zerbrochenen Keramiken neues Leben einhaucht, indem sie mit Lack repariert und mit Gold oder Silber verziert werden. Dieser Artikel konzentriert sich auf Unterstützungsaktivitäten durch Kintsugi für Menschen, deren Herzen und Leben durch Naturkatastrophen beschädigt wurden.

Kintsugi und das Erdbeben auf der Noto-Halbinsel

Das Erdbeben auf der Noto-Halbinsel, das am 1. Januar 2024 stattfand, richtete an vielen Häusern große Schäden an. Kunio Nakamura (52) aus dem Bezirk Suginami in Tokio, selbst Opfer dieses Erdbebens, hatte alte Häuser in Suzu City und Wajima City in der Präfektur Ishikawa gekauft, um sein Atelier einzurichten, die alle vollständig zerstört wurden. Dennoch wollte er so viel wie möglich für die betroffenen Regionen tun und startete auf SNS einen Aufruf für kostenlose "Kintsugi"-Dienstleistungen, die sich an Opfer in den Präfekturen Ishikawa, Toyama, Fukui und Niigata richteten.

Nakamura sagte: "Ich denke, diese Stücke zu reparieren ist wichtig, um die Erinnerung an dieses Erdbeben lebendig zu halten. Ich möchte mit der Absicht daran arbeiten, das etwa zehn Jahre lang fortzusetzen."

Er nutzt seine Erfahrung als Betroffener, um zerbrochene Gefäße durch Kintsugi kostenlos zu reparieren und die emotionale Erholung der Opfer zu unterstützen. Nakamuras Engagement verwendet Lack, Goldpulver und Kieselgur aus der Präfektur Ishikawa und verbindet so die Unterstützung lokaler traditioneller Handwerke mit der Fürsorge für die Herzen der Opfer.

Kintsugi-Projekt nach dem Kumamoto-Erdbeben

Unterstützung durch Kintsugi wurde auch nach dem Erdbeben in Kumamoto im April 2016 angeboten. Ein Projekt zur Wiederbelebung zerbrochener Keramiken aus diesem Erdbeben wurde acht Jahre später mit Unterstützung der Stadt Wajima in der Präfektur Ishikawa, die vom Noto-Halbinsel-Erdbeben betroffen war, und durch Crowdfunding verwirklicht. Wajima ist berühmt für seine Wajima-nuri-Lackarbeiten. Nach dem Kumamoto-Erdbeben erlebten Töpfer, die ihre ganze Leidenschaft in ihre Arbeit gesteckt hatten, das Entsetzen, ihre Werke zerstört zu sehen. So wurden die Scherben von Wajima-nuri-Handwerkern aufgenommen, nicht nur um mit Techniken wie Kintsugi repariert zu werden, sondern auch um als Gefäße mit "neuem Schönheitswert" wiedergeboren zu werden. Mit dem Geist "Lasst das Erdbeben uns nicht besiegen!" und dem Können der Wajima-nuri-Handwerker, das in die Keramik eingegangen ist, besteht der Wunsch, den betroffenen Regionen neuen Mut zu geben. Außerdem besteht durch den Austausch zwischen betroffenen Töpfern und Handwerkern die Hoffnung, neue Kunsthandwerksprodukte zu schaffen und in die Zukunft zu gehen. Dieses Projekt begann mit solchen Absichten und erreichte 140 % seines Crowdfunding-Ziels.


Kintsugi für posttraumatisches Wachstum

In der Stadt Tome in der Präfektur Miyagi, die nach dem Großen Ostjapanischen Erdbeben im März 2011 zu einem der schwersten Katastrophengebiete wurde, nutzen internationale NGOs Workshops, die die Technik des Kintsugi mit dem Konzept des Posttraumatischen Wachstums (PTG) verbinden, um die emotionale Erholung von Katastrophenüberlebenden zu unterstützen. Diese Workshops kümmern sich um Menschen, deren Herzen durch Katastrophen, Kriege und sogar alltägliche Traumata zu zerbrechen scheinen, und vergleichen die Fürsorge mit der Art, wie Kintsugi Risse und Absplitterungen in neue Schönheit und Stärke verwandelt, indem sie die Teilnehmenden darin unterstützen, durch ihre Erfahrungen neue Werte und Stärken zu finden.

Unterstützungsaktivitäten durch Kintsugi heilen die Herzen derjenigen, die durch Naturkatastrophen verletzt wurden, und erwecken verlorene Schönheit wieder zum Leben, wodurch Hoffnung auf Genesung gegeben wird. Die Technik und ihre zugrunde liegende Philosophie sowie Japans ästhetisches Empfinden lehren uns die Kraft, Widrigkeiten zu überwinden und einem neuen Anfang entgegenzugehen.

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